Führen - das Wissen vom richtigen Handeln
Mit »Führen – das Wissen vom richtigen Handeln« setzte Professor Dr. Nieschmidt am 17. September 2009 seinen Vortrag vom 3. congena Zwischenraum am 17. Marz 2006 fort, der von »Tradition und Zukunft von Arbeit und Führung« handelte. Die komplexen Zusammenhänge dieses großen Themas vermittelte Prof. Dr. Nieschmidt wieder spannend, dicht und sehr unterhaltsam.
Warum „arbeiten“ wir also? Weil wir damit unser Leben realisieren.
Die vom deutschen Idealismus gesehenen Dimensionen der Selbstverwirklichung in der Arbeit geht im Alltag aber leider allzu oft verloren, da Leitenden Angestellten Ideen fehlen diese Selbstentfaltung des Einzelnen bei allen Aufgaben zu ermöglichen. Das Führungshandeln der Zukunft muss sich den neuen Anforderungen stellen, die sich aus der sozialen Dimension der Arbeit ergeben.
Deshalb erweist sich nicht nur die Entwicklung der fachlichen Qualifikation des Mitarbeiters, sondern gerade auch die seiner sozialen Kompetenz als zentrale Fürungsaufgabe des Vorgesetzten. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, für die Entwicklung und Reifung des Mitarbeiters, für seine Selbstverwirklichung zu sorgen.
Sein Führungshandeln entscheidet darüber, ob gerne gearbeitet wird oder nur gearbeitet werden muss – mit weit reichenden Folgen bei der Erschließungvon Produktivitätspotenzialen.
Nur in dem Maße, in dem ein Vorgesetzter glaubwürdig und erfahrbar zum pädagogischen Förderer seiner Mitarbeiter wird, kann er sie auch kontinuierlich zu Leistungsbereitschaft und Engagement motivieren.
Die nachwachsende Mitarbeitergeneration jedenfalls erwartet ein hohes Maß an Gesprächsfähigkeit, das heißt an Zuwendung, an entgegengebrachter Ernsthaftigkeit, vor allem an individueller Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit von ihren Vorgesetzten.
Verweigert ihnen die Arbeitswelt solche Kommunikationen, solche Fremd- und Selbstachtung, werden sie sich eines Tages – und sei es nur partiell – der Arbeitswelt verweigern.
Drei Führungsaufgaben werden damit vordringlich:
- Die Transparenz der Qualifikationsentwicklung gerade der jungen Mitarbeiter.
- Die weitestgehende, wenn nicht radikale Flexibilisierung der Arbeitszeit.
- Die Königsaufgabe des Vorgesetzten: die pädagogische Gestaltung von Arbeitsaufgaben als Lernfeld, d. h. fachliche Qualifikations- und soziale Kompetenzentfaltung des Mitarbeiters.